Welche selbstansaugende Pumpe benötigen Sie? Das hängt von Ihrer Anwendung, dem Fördermedium, dem erforderlichen Förderstrom und der Förderhöhe ab. In diesem Artikel gehen Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Auswahlkriterien, erfahren, welche Gorman-Rupp-Serien für welche Situation geeignet sind, und lernen, welche Fehler Sie vermeiden können.
Schritt 1: Anwendung und Fördermedium bestimmen
Beginnen Sie mit der Frage: Was fördern Sie und in welcher Umgebung? Die Zusammensetzung des Fördermediums bestimmt, welcher Pumpentyp und welche Werkstoffausführung benötigt werden.
Stellen Sie sich diese Fragen:
- Was ist das Fördermedium? (Klarwasser, Abwasser, Schlamm, Prozesswasser, Chemikalien)
- Enthält es Feststoffe? Wenn ja: Was ist die maximale Partikelgröße und welcher Feststoffdurchgang ist erforderlich?
- Wie hoch ist die Temperatur des Fördermediums?
- Ist das Fördermedium korrosiv, abrasiv oder viskos?
- Ist der Zulauf kontinuierlich oder handelt es sich um einen unterbrochenen Zufluss (sogenannter Schlurf-Betrieb)?
Bei Abwasser mit Feststoffen (Schmutzwasserpumpen) ist eine Pumpe mit hohem Feststoffdurchgang und verstopfungsfreiem Laufrad unerlässlich. Bei Klarwasser oder Prozesswasser kann eine Standardkonfiguration ausreichen.
Schritt 2: Erforderlichen Förderstrom und Förderhöhe berechnen
Der Betriebspunkt der Pumpe wird durch den erforderlichen Förderstrom (in m³/h oder l/s) und die Gesamtförderhöhe (in Metern) bestimmt. Die Förderhöhe umfasst die geodätische Höhendifferenz zwischen Quelle und Ziel sowie die Druckverluste in der Rohrleitung.
Vergessen Sie nicht die saugseitigen Bedingungen: Wie groß ist die Saughöhe und wie hoch ist der NPSHa (vorhanden)? Eine selbstansaugende Pumpe kann bis zu einer bestimmten Saughöhe betrieben werden, aber diese Grenze hängt vom Pumpentyp, dem Fördermedium und den Umgebungsbedingungen ab.
Benötigen Sie Hilfe bei der Bestimmung Ihres Betriebspunkts? Der G.R.A.S.P. Pump Selector auf grpumpseurope.eu hilft Ihnen schnell weiter.
Schritt 3: Den richtigen Pumpentyp wählen
Selbstansaugende Pumpen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die Wahl hängt von den Anforderungen der Anwendung ab:
Nass selbstansaugend:
Die Pumpe hält eine Flüssigkeitsreserve im Gehäuse, mit der sie nach einer Unterbrechung erneut ansaugen kann. Geeignet für Anwendungen mit begrenzter Saughöhe und regelmäßigem Betrieb.
Trocken selbstansaugend (Pumpe mit Ansaughilfe):
Ein externes Vakuumsystem evakuiert Luft aus der Saugleitung. Geeignet für anspruchsvolle Bedingungen, lange Saugleitungen oder Anwendungen, bei denen die Pumpe häufig ansaugen muss. Dieser Pumpentyp ist auch die optimale Wahl bei unterbrochenen Zuflüssen (Schlurf-Betrieb).
Mehr zum Unterschied zwischen trocken und nass selbstansaugend finden Sie im Vergleichsartikel.
Übersicht der Gorman-Rupp-Serien nach Anwendung
| Baureihe | Typ | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Super T-Series® | Selbstansaugend, Feststoffdurchgang | Abwasser, Schmutzwasser, Bauwesen, industrielle Anwendungen mit Feststoffen |
| Super U-Series® | Selbstansaugend, hoher Wirkungsgrad | Kommunales Abwasser, Kläranlage (KA), Prozesswasser, Rein- und Schmutzwasser |
| Ultra V-Series® | Selbstansaugend, hoher Feststoffdurchgang | Abwasser mit Feuchttüchern/Fasern, anspruchsvolle Schmutzwasseranwendungen |
| PA / PAH / PAV Series | Trocken selbstansaugend | Bauwasserhaltung, Notfallpumpen, Horizontalbohrung (HDD) |
| S-Line (mobil, Diesel) | Pumpenaggregat | Temporäre Entwässerung, Notfallpumpen, HDD, Abwasser-Bypass |
| E-Line (mobil, Elektro) | Pumpenaggregat | Wie S-Line, eingesetzt in lärm-/emissionsempfindlichen Bereichen |
Die vollständige Übersicht selbstansaugender Pumpen finden Sie auf der Produktseite.
Häufige Fehler bei der Pumpenauswahl
1. Nur auf den Anschaffungspreis achten.
Die Gesamtbetriebskosten (TCO) einschließlich Wartung, Energie und Stillstandzeiten sind ein besseres Maß. Mehr dazu im Artikel über Kosten und TCO.
2. Saugseitige Bedingungen unterschätzen.
Eine zu hohe Saughöhe oder ein unzureichender NPSHa führt zu Problemen beim Ansaugen oder zu Kavitation. Überprüfen Sie stets die saugseitigen Bedingungen Ihrer Anlage.
3. Feststoffdurchgang nicht prüfen.
Wählen Sie eine Pumpe mit ausreichendem freien Durchgang für die Feststoffe in Ihrem Fördermedium. Eine Unterdimensionierung führt zu Verstopfungen und Stillstandzeiten.
4. Wartungszugang vergessen.
Eine schwer zugängliche Pumpe verursacht höhere Wartungs- und Stillstandkosten. Denken Sie frühzeitig an den Servicezugang.
Wann sollten Sie einen Pumpenspezialisten hinzuziehen?
Bei anspruchsvollen oder komplexen Anwendungen wie wechselnden Förderströmen, großen Saughöhen, korrosiven Medien oder der Integration in bestehende Systeme lohnt es sich, frühzeitig einen Pumpenspezialisten einzubeziehen. Gorman-Rupp Europe bietet Auswahlunterstützung und Systemanalyse, um die richtige Konfiguration zu ermitteln.
Teilen Sie Ihre Anwendungsdaten (Förderstrom, Förderhöhe, Fördermedium, Feststoffe, Installation) mit und wir empfehlen die passende Konfiguration.
Benötigen Sie Hilfe bei der Pumpenauswahl? Fordern Sie unverbindlich eine Beratung durch unsere Pumpenspezialisten an.