Beim Pumpen von Abwasser und Schmutzwasser sind Zuverlässigkeit, Feststoffdurchgang und einfache Wartung entscheidend. Selbstansaugende Pumpen bieten eine Alternative zu Tauchmotorpumpen in Nassschächten — mit Vorteilen bei Sicherheit, Wartung und langfristigen Kosten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie selbstansaugende Pumpen in Abwasser- und Schmutzwasseranwendungen eingesetzt werden, welche Herausforderungen auftreten und welche Gorman-Rupp Lösungen verfügbar sind.
Warum selbstansaugende Pumpen für Abwasser?
Traditionell werden Tauchmotorpumpen in Abwasserpumpwerken und Schmutzwasserpumpstationen eingesetzt. Die Pumpe befindet sich dann in einem Nassschacht, direkt im Fördermedium. Das bringt Herausforderungen mit sich: Wartungsarbeiten finden unterhalb des Flüssigkeitsspiegels statt, Personal muss in beengten Räumen arbeiten, und Störungen führen zu längeren Stillstandzeiten.
Selbstansaugende Pumpen werden trocken und oberirdisch aufgestellt. Die Wartung ist sicherer und schneller durchführbar. Die Pumpe fördert das Abwasser über eine Saugleitung, ohne selbst im Fördermedium stehen zu müssen.
Weitere Informationen zu den Unterschieden beider Pumpentypen finden Sie im Vergleichsartikel selbstansaugende Pumpe vs. Tauchmotorpumpe.
Herausforderungen beim Fördern von Schmutzwasser
Schmutzwasser ist kein einfaches Fördermedium. Seine Zusammensetzung ist unvorhersehbar und ändert sich ständig. Typische Herausforderungen:
- Feststoffe und Fasern
Schmutzwasser enthält Feuchttücher, Fasern, Kunststoffe und andere Abfallstoffe. Das erfordert eine Pumpe mit ausreichendem Feststoffdurchgang und einem verstopfungsresistenten Laufrad. - Fett und Ablagerungen
Fett kann sich im Pumpengehäuse und in der Saugleitung ansammeln. Ein selbstreinigendes Pumpensumpfsystem verhindert Ablagerungen im System. - Korrosion und Verschleiß
H₂S (Schwefelwasserstoff) und abrasive Partikel beschleunigen den Verschleiß. Werkstoffausführung und Verschleißteile müssen darauf abgestimmt sein. - Schwankende Förderströme
Schmutzwasser unterliegt starken Durchflussschwankungen (Trockenwetter vs. Starkregenereignisse). Die Pumpe muss über einen weiten Betriebsbereich zuverlässig arbeiten.
Selbstansaugende Pumpe vs. Tauchmotorpumpe im Abwasserpumpwerk
In Abwasserpumpwerken werden zunehmend trocken aufgestellte Pumpenkammern mit selbstansaugenden Pumpen anstelle von Nassschächten mit Tauchmotorpumpen eingesetzt. Die wichtigsten Gründe:
- Wartung findet oberirdisch statt, ohne Risiken durch beengte Räume
- Störungen lassen sich dank Inspektionsdeckel und Justierung ohne Passscheiben schneller beheben
- Die Verfügbarkeit des Pumpwerks ist durch kürzere Wartungsstopps höher
- Die Total Cost of Ownership (TCO) sind häufig niedriger
Ein oberirdisches Pumpwerk bietet zudem Vorteile hinsichtlich Sicherheit und Arbeitsbedingungen. Lesen Sie mehr über die Vorteile oberirdischer Pumpstationen.
Gorman-Rupp Lösungen für Abwasser
- Super T-Series®
Selbstansaugende Kreiselpumpe mit Feststoffdurchgang bis zu 76 mm. Erhältlich mit dem Eradicator® Solids Management System für verstopfungsresistenten Betrieb. Druckstutzen-Nennweiten von 50 mm bis 250 mm, maximaler Förderstrom bis 215 l/s. Garantie bis zu 5 Jahre. - Super U-Series®
Selbstansaugende Pumpe mit hocheffizientem Mehrschaufel-Laufrad (bis zu 75 % Pumpenwirkungsgrad). Geeignet für kommunale Abwasser- und Kläranlagen-Anwendungen (KA). Maßkompatibel mit der Super T-Series®. - Ultra V-Series®
Ausgelegt für die anspruchsvollsten Feststoffförderungsanwendungen, einschließlich Schmutzwasser mit Feuchttüchern, Fasern und anderen schwer zu fördernden Materialien. - Reliasource / SCS
Modulares Pumpstationssystem mit selbstreinigendem Pumpensumpf. Oberirdisch wartbar, einsetzbar als komplettes Abwasserpumpwerk oder Hebeanlage. Ersetzt traditionelle Nassschächte mit Tauchmotorpumpen.
Die vollständige Übersicht selbstansaugender Pumpen finden Sie auf der Produktseite.
Vorteile: Sicherheit, Wartung und Verfügbarkeit
Zusammenfassend bieten selbstansaugende Pumpen für Abwasser und Schmutzwasser folgende Vorteile:
- Sicherheit — kein Arbeiten in beengten Räumen, kein Kontakt mit dem Fördermedium während der Wartung
- Wartungsfreundlich — oberirdischer Zugang, Inspektionsdeckel, schneller Laufrad- und Dichtungswechsel
- Verfügbarkeit — kürzere Stillstandzeiten durch einfachere Wartung
- Niedrigere TCO — weniger Arbeitsstunden, weniger Notfallmaßnahmen, längere Lebensdauer
Weitere Informationen zur Kostenstruktur finden Sie im Artikel zu Kosten und TCO selbstansaugender Pumpen.
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